Dr. Carsten Willems

VMRay

Sichere Analyse in der „Sandbox“

Prävention, Detektion, Reaktion: Im Gegensatz zu klassischen Virenschutz-Programmen analysiert VMRay automatisiert mögliche Malware und neuartige Schädlinge in einer isolierten IT-Umgebung: einer „Sandbox“. Mit ihrer Technologie schützt die Bochumer Firma so Regierungseinrichtungen, Konzerne und große Unternehmen. CEO von VMRay ist ein „Techie“. Einer, der sich schon als 13-jähriger Schüler für Cybersicherheit interessiert und immer gerne gehackt hat: Dr. Carsten Willems. Heute ist sein Hobby sein Beruf. Sein Firmenkonzept ist, Cyberkriminellen weltweit erfolgreich eine Nasenlänge voraus zu sein.

„Ich bin mit Computern aufgewachsen“, erzählt Carsten Willems. „Als ich mit dreizehn die ersten Viren auf meinem Computer entdeckte, fand ich das total spannend. IT-Security war mein Hobby, lange bevor es die Industrie dafür gegeben hat.“ Um die gefährdete IT-Sicherheit von Unternehmen, Behörden und Regierungen heute zu beschreiben, braucht Carsten Willems daher keine Studien und keine Zahlen, die die Entwicklung seit damals beschreiben: „Da gibt es kein Auf und Ab, da gibt es immer nur ein Auf.“

„Für uns ist die Nähe zur Ruhr-Universität mit ihren gut ausgebildeten Studierenden und ihrer Spitzenforschung auf Weltklasse-Niveau wichtig. Das bietet für uns viele Kooperationsmöglichkeiten. Bochum ist eine tolle Stadt – offen, direkt, ehrlich, bodenständig. Genau richtig in der Größe, eingebettet in eine Millionenmetropole mit Spitzeninfrastruktur, Freizeit- und Kulturangeboten. Der perfekte Platz!"
Dr. Carsten Willems
CEO & Mitgründer von VMRay

Virtuelle Angriffe lohnen

Durch die Digitalisierung lohnen sich virtuelle Angriffe immer mehr. „Je mehr Systeme angeschlossen sind, je mehr Daten digital sind – von Kundenangaben bis Firmengeheimnissen – und alles vernetzt ist, desto lukrativer macht es sie für Angreifer“, sagt der Gründer und Geschäftsführer von VMRay. Neu sei der Trend, dass es immer mehr politische Akteure gebe, die Daten manipulieren oder kapern. So verwischt die Grenze zu klassischen Cyberkriminellen, die es schlicht auf Geld abgesehen haben. Dabei suchen Angreiferinnen und Angreifer permanent nach neuen Möglichkeiten, IT-Systeme anzugreifen und zu übernehmen. Immer mehr in ihren Fokus rückt dabei der Mensch: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die unwissend bis gutgläubig auf einen Link mit Malware klicken, ihre Passwörter leaken, ein bösartiges Programm installieren oder einen schädlichen Anhang und damit beispielsweise Trojanern „Tür und Tor“ öffnen.

„Unser Kundenstamm braucht speziellen Schutz“, erläutert Carsten Willems. Große Unternehmen, darunter Einrichtungen wie Krankenhäuser, die zur kritischen Infrastruktur zählen, und Regierungsbehörden integrieren deshalb die Technologie von VMRay in ihren Workflow: Diese untersucht automatisiert zum Beispiel Programme, Downloads oder E-Mail-Anhänge und URLs auf Schadsoftware, bevor diese ihren Empfänger zugestellt werden. In einer isolierten und kontrollierten „Sandbox“ werden sie dazu geöffnet, wird ihr „Verhalten“ analysiert und werden sie, so nötig, unschädlich gemacht. Die Programme, Dateien und URLs werden quasi mit einem Röntgenstrahl durchleuchtet („ray“), während virtuelle Maschinen – kurz VM – die erforderliche Hardware-Umgebung simulieren.


Mögliche Malware durchleuchten

„Wir setzen auf die Bausteine Prävention, Detektion und Reaktion“, schildert Carsten Willems. „Dafür haben wir die mittlerweile dritte Sandbox-Technologie-Generation entwickelt. Das konnten wir, weil wir zu den Pionieren gehören. Zur Detektion: Wir wollen jeden Angriff schnell erkennen, denn der erste angegriffene PC ist nicht unbedingt das Problem, aber die Kettenreaktion, die von diesem einen PC ausgehen und das gesamte Netzwerk infizieren kann.“ In diesem Zuge bietet VMRay auch Tools, um nach einem Angriff schnell reagieren und „aufräumen zu können“.

Entwickelt hat Carsten Willems die Grundtechnologie für sein Unternehmen bereits 2005 als Student in Aachen und anschließend als Lösung verkauft. Mit seinem Mitgründer Ralf Hund hat er seinerzeit schon gemeinsam geforscht, entwickelt und publiziert. Nahezu zeitgleich haben sie 2012 ihre Promotion an der Ruhr-Universität Bochum begonnen. Die Strahlkraft der IT-Security habe sie angezogen. „Bochum ist hier europaweit spitze und weltweit von Rang“, sagt der VMRay-Gründer. Hinzu kommt: „Ich finde es toll, was die Stadt macht – das hat Hand und Fuß, hat Strategie.“

 

Firma operiert weltweit

2013 gegründet, zählt VMRay mittlerweile 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus fast 30 Nationen. Die Hälfte sind „Techies“, darunter Software-Entwickler und IT-Security-Forscher. Hinzukommen Spezialistinnen und Spezialisten für Marketing, Vertrieb und Support. „Nicht untypisch für ein global operierendes Unternehmen sitzen sie unter anderem in den USA, UK, Israel, Ägypten und der Türkei“, berichtet Carsten Willems. „Unser Fokus liegt auf Europa und den USA, aber wir haben auch Kunden im Mittleren Osten und Südamerika.“ Aktuell mindestens einmal im Jahr zieht es alle 130 Beschäftigten in die Zentrale von VMRay nach Bochum. Auf MARK 51°7 treffen sie sich zu agilen Arbeitssessions und kollegialem Austausch.

„Für uns ist die Nähe zur Ruhr-Universität mit ihren gut ausgebildeten Studierenden und ihrer Spitzenforschung auf Weltklasse-Niveau wichtig. Das bietet für uns viele Kooperationsmöglichkeiten“, so der VMRay-Geschäftsführer über den Firmensitz. Ebenso wichtig sei das daraus resultierende Ökosystem aus etablierten Unternehmen, Start-ups und Scale-ups. „Bochum ist eine tolle Stadt – offen, direkt, ehrlich, bodenständig. Genau richtig in der Größe, eingebettet in eine Millionenmetropole mit Spitzeninfrastruktur, Freizeit- und Kulturangeboten. Der perfekte Platz“, findet Carsten Willems.

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