Katharina Schmidt

Sperling Bags

Rucksäcke voller Zukunft

Was macht eine gute Tasche oder einen gelungenen Rucksack aus? Für Katharina Schmidt, Gründerin und Geschäftsführerin des eCommerce „Sperling Bags“, ist es ein gelungener Dreiklang aus Design, Funktion und Nachhaltigkeit. Und unschlagbar, wenn aus der Tasche mit einem Griff sogar ein Rucksack werden kann und mit zwei Griffen umgekehrt wieder eine Tasche. Was in der ganzen Gleichung nicht fehlen darf, damit sie aufgeht: Kork.

Im Fall von Sperling Bags stammt er aus Portugal: von der dort heimischen Korkeiche. „Es wird aber kein Baum für unsere Taschen gefällt“, ist Katharina Schmidt wichtig. „Die Korkeiche wird geschält.“ Das erste Mal, wenn der Baum 40 Jahresringe zählt, und dann alle sieben bis neun Jahre. 250 Jahre kann eine Korkeiche werden und sie ist ein Riese, wenn es darum geht, CO2 zu speichern. Der klimafreundliche Rohstoff für Sperling Bags wächst nach und gleicht Leder zum Verwechseln. „Das Material ist weich, wasserabweisend und – nein, es bricht nicht“, räumt die Designerin zügig mit dem häufigsten Vorurteil auf. Es ist biegsam, lässt sich einfärben und hat einen weiteren Vorzug: Es ist wie Stoff aufgerollt als Meterware und hat somit keinen Verschnitt wie Leder. Für Katharina Schmidt absolut perfekt – „und das Schönste: Kein Tier muss dafür sterben“. Im Gegenteil, von jedem Produkt spendet Sperling Bags einen Teil des Verkaufspreises an gerettete Tiere aus der Massentierhaltung. 

„Wir haben für unsere Unternehmensgründung in Bochum eine Wahnsinnsunterstützung erfahren. Hier haben alle hinter unserer Idee gestanden.“
Katharina Schmidt
Co-Founder Sperling Bags



Protypen auf Omas Nähmaschine

Nachhaltigkeit ist für das Bochumer eCommerce zentral, nicht nur bei Anbau und Ernte ihres wichtigsten Rohstoffes. „Der abgeschälte Kork wird ganz dünn geschnitten, in viele kleine Stücke zerteilt, mehrfach aufgekocht, kommt dann auf ein Trägermaterial, in unserem Fall Bio-Baumwolle“, erklärt die 27-Jährige die wichtigsten Produktionsschritte. In ihrem Showroom entstehen nach ihren Entwürfen die Prototypen – auf der Nähmaschine, die der Oma ihres Mitgründers und Lebensgefährten Björn Sperling gehörte. Er ist es, der jeden Erstling näht, und war es auch, der ihren aller ersten Entwurf umsetzte.

„Ich musste so viele Bücher zur Uni mitnehmen, die waren relativ schwer“, erzählt Katharina Schmidt. „Ich wollte dafür keine Umhängetasche, keinen Sportrucksack. Ich wollte einen schicken Rucksack, der gut für Mensch, Tier und Umwelt sein sollte.“ Auf das Ergebnis war sie sehr stolz. Das blau-weiße Modell hat heute einen festen Platz im Showroom von Sperling Bags. Als Erinnerungsstück.

Denn durch Anregungen aus der Community und Gespräche auf Messen hat sich der Pate für die jüngeren „Sperlinge“, wie Katharina Schmidt ihre Produkte gerne nennt, längst kräftig gemausert. Heute haben die Modelle viel mehr Innenfächer, verschiedene Außenfächer, neue Kombi-Materialien, einen gepolsterten Boden und mehr Tragekomfort. Beispiel: der Rolltop-Rucksack, der dank seines ein- und ausrollbaren Verschlusses groß und klein getragen werden kann. Der Zuschnapper ist magnetisch „Es gibt ein Fach am Rücken – super praktisch, in dem habe ich meistens mein Handy – und ein Seitenfach für Schlüssel“, schildert Katharina Schmidt. „Man kommt dran, ohne den Rucksack abzusetzen. Das Coolste: Man kann ihn von hinten wie einen Koffer komplett öffnen.“ Bleibt der praktische Alltagsbegleiter versehentlich mal stehen oder geht verloren, kann ein Finder den Rucksack dank integrierter individueller Seriennummer über das „Found it System“ melden.

Taschen aus wegweisender Fertigung

Nachdem Vorläufer dieser und anderer „Sperlinge“ mit dem Mix aus modernem Design, starker Funktionalität und nachhaltiger Produktion Familie, Freundeskreis und zunehmend mehr Fans begeisterten, kam 2019 der Punkt, daraus ein Geschäft zu machen, zu gründen, und dann trotz Pandemie der Meilenstein, davon leben zu können. Katharina Schmidt hat dafür das Jura-, Björn Sperling nach dem B.A. das Maschinenbau-Studium aufgegeben. „Wir sind ,all in‘ gegangen“, sagt sie. Für das Startkapital haben sie ihr geliebtes Wohnmobil verkauft und viel Arbeit in ihr Start-up gesteckt.

Eine Entscheidung, die sich ausgezahlt hat. 2020 mit dem Gewinn des Senkrechtstarter-Wettbewerbs der Bochum-Wirtschaftsentwicklung für Gründer*innen in NRW und dem Nachhaltigkeitspreis der GLS-Bank. 2023 mit einem Millionenumsatz. Jetzt heißt es, weiter ein kreatives Gespür für nachhaltige Taschen, Rucksäcke und Zubehör zu haben. Katharina Schmidt ist zuversichtlich: „Wir haben eine Mission: Wir machen wegweisende Taschen für weltoffene Menschen, für eine respektvolle Zukunft. Und wir haben viele Ideen. Ich liebe es, Menschen dafür zu begeistern. Wir wollen die ganze Welt erreichen.“ Für ihre „Sperlinge“ und Zielgruppe heißt das getreu dem Firmenmotto: „Let the flight begin.“

 

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Weitere Erfolgsgeschichten

Erfolgsgeschichten

betaSENSE

#darumBochum: Prof. Dr. Klaus Gerwert
Die große Angst vor dem Vergessen: In Deutschland leben über 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Die meisten leiden an Alzheimer und Parkinson. Die Tendenz ist in der alternden westlichen Gesellschaft stark steigend. Was die Betroffenen nicht wissen: Sie sind schon lange erkrankt, im Schnitt seit mehr als einem Jahrzehnt. Erst nach einer solch langen Spanne machen sich klinische Symptome bemerkbar. Damit ist unwissentlich die wichtigste Zeit für den Kampf gegen die Erkrankungen verloren gegangen. Prof. Dr. Klaus Gerwert, Gründungsdirektor des Forschungszentrums für molekulare Proteindiagnostik (PRODI) und Gründer der betaSENSE GmbH, arbeitet daher daran, neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson früh zu erkennen, damit der Ausbruch von Symptomen künftig medikamentös verhindert werden kann. Dazu hat er ein weltweit neues Bluttestverfahren entwickelt – medizinische Spitzenforschung aus Bochum!

Weiterlesen »
Erfolgsgeschichten

Figurentheater

#darumBochum: Annette Dabs

Bochum ist eine Theaterstadt mit langer Tradition. Das gilt auch für eine besondere Sparte: das Figurentheater. Die Stadt ist eines der wichtigsten Zentren in Europa für diese Spielkunst. Annette Dabs, Regisseurin, Festivalleiterin und Kulturmanagerin, hat daran maßgeblich Anteil. National und international ist die langjährige Leiterin des Deutschen Forums für Figurentheater und Puppenspielkunst als Expertin unterwegs.

Weiterlesen »
Erfolgsgeschichten

ai.dopt

#darumBochum: Dr. Martina Schuster

Eine Zukunft ohne Künstliche Intelligenz (KI) ist für Dr. Martina Schuster undenkbar geworden. Privat wie dienstlich arbeiten viele Menschen mittlerweile täglich mit KI. „Und Entwicklungen, die früher mehrere Monate brauchten, sind heute innerhalb von wenigen Tagen möglich“, betont die Unternehmensgründerin. Mit der 2022 in Bochum gegründeten ai.dopt GmbH hat die Wirtschaftsjuristin ein Unternehmen geschaffen, das Kundinnen und Kunden aus dem Bereich der kritischen Infrastruktur (KRITIS) gezielt unterstützt. Das Unternehmensziel: „Künstliche Intelligenz regelkonform mit minimalem Ressourceneinsatz zu nutzen und das enorme Potenzial dieser Technologie voll auszuschöpfen.“

Weiterlesen »
Erfolgsgeschichten

CarByte

#darumBochum: Friederike Schneider

Es gibt Lebensläufe, die lesen sich wie an einem Reißbrett geplant. Klar strukturiert und mit dem einen Ziel vor Augen, wo die Person einmal landen möchte. Dann gibt es berufliche Werdegänge, die nicht von Anfang bis Ende durchgeplant sind. Und nicht schon zu Beginn den klassischen Weg eingeschlagen haben. Oder von diesem zwischenzeitlich abgekommen sind. In die zweite Kategorie passt die berufliche Laufbahn von Friederike Schneider, Cybersecurity Expert bei CarByte. Sie und ihre Geschichte zeigen: Viele Wege führen zum Erfolg.

Weiterlesen »
Erfolgsgeschichten

Meerkat

#darumBochum: Jörg Holstein

„Die Zukunft gestaltet sich nicht von allein“, sagt Jörg Holstein. Der Gründer der VISUS Health IT und geschäftsführende Gesellschafter der Meerkat Holding möchte in einer Welt leben, die Raum für neue Arbeitswelten und medizinische Anwendungen bietet, die den Menschen dienen. Daher investiert er über Meerkat in überzeugende Gründungsideen für das Gesundheitswesen. „Smart Money for Smart Health“, formuliert es der IT-Unternehmer.
Der Fokus bei den Geschäftsideen, -visionen und -modellen, die Meerkat fördert, liegt auf IT-Lösungen und Software-getriebenen Innovationen. Zu diesen zählt der Therapieball von „ichó systems“. Das Produkt des Duisburger Start-ups steckt voller Sensoren, Mikros und Lautsprecher und kann mit Apps für eine passgenaue Behandlung bestückt werden.

Weiterlesen »
Erfolgsgeschichten

GLS Bank

#darumBochum: Aysel Osmanoglu

Auf der Unternehmenswebseite der GLS Bank, die ihren Firmensitz an der Christstraße in Bochum hat, heißt es: „Mit unserem zukunftsweisenden Bankgeschäft setzen wir Maßstäbe für solidarisches Wirtschaften innerhalb der planetaren Grenzen. Und das bereits seit 1974.“ Was sich zunächst wie ein netter Werbetext anhört, ist auf dem zweiten Blick – oder Klick – mit ganz viel Leben und nachhaltigen Projekten gefüllt, denen sich die GLS Bank verschrieben hat. Mit ihrer Karriere lebt Vorstandssprecherin Aysel Osmanoglu diese Haltung auf außergewöhnliche Art und Weise vor.

Weiterlesen »