Ilja Kaenzig

VfL Bochum 1848

Dank Tradition und Innovation im Steigflug

Bundesliga-Zugehörigkeit, Mitglieder- und Umsatzzahlen, der Gesamtmarktwert des Spielerkaders, ein permanent ausverkaufter Heimbereich im Vonovia Ruhrstadion – fast alle für den Profifußball relevanten Kennwerte befinden sich beim VfL Bochum 1848 auf einem Allzeithoch. Ilja Kaenzig, Sprecher der Geschäftsführung, nennt die Entwicklung einen „stetigen Steigflug“. Und hofft, dass der Verein „die Welle weiterreitet und die eigenen Grenzen immer weiter verschiebt“.

 

Als Kaenzig im Februar 2018 zum Geschäftsführer des VfL Bochum ernannt wurde, befand sich der Verein mit schon einige Jahre in der Zweitklassigkeit. „Der eine oder andere Bochumer hatte den Stolz auf den VfL schon ein wenig verloren“, erinnert sich der Schweizer. „Das kommt jetzt geballt zurück. Aber nicht nur Bochum, ganz Deutschland freut sich, dass der VfL Bochum wieder zur Bundesliga gehört.“

 
"Die Stadt und der Verein gehen Hand in Hand. Ohne die Unterstützung der Stadt, vor allem im infrastrukturellen Bereich, hätte es der Verein nicht geschafft, solange im Profifußball zu bleiben."
Ilja Kaenzig
Sprecher der Geschäftsführung beim VfL Bochum 1848

Tatkräftig und innovativ

Doch wie ist ihm und seinen wechselnden Kollegen im sportlichen Bereich dies gelungen? „Am Anfang ging es vor allem darum, Vertrauen zu gewinnen“, erklärt er. „Und zwar nicht durch Reden, sondern durch Handeln. Wir haben uns als Leitmotiv ‚Tradition und Innovation‘ gegeben. Es ging darum, die einzigartigen Werte, die die Stadt, der Verein und die Menschen hier repräsentieren, zu pflegen, dabei aber nicht rückwärtsgerichtet, sondern innovativ zu sein.“

Schon seit jeher sind die Stadt und der Verein enge Partner, die enorm voneinander profitieren. Kaenzig habe das schon in seiner Zeit bei Bayer 04 Leverkusen und Hannover 96 so wahrgenommen. „Die Stadt und der Verein gehen Hand in Hand. Ohne die Unterstützung der Stadt, vor allem im infrastrukturellen Bereich, hätte es der Verein nicht geschafft, solange im Profifußball zu bleiben“, sagt der erfahrene Fußballfunktionär. Auf der anderen Seite ist der VfL als Bundesligist ein herausragender Botschafter für die Stadt. „Was einem als Auswärtiger in Bezug auf Bochum als erstes in den Sinn kommt, sind der VfL und Herbert Grönemeyer.“

Gänsehaut vorporgrammiert

Apropos Grönemeyer: Zirka fünf Minuten vor dem Anpfiff eines jeden Heimspiels ertönt aus den Lautsprechern des Ruhrstadions der Song „Bochum“. Nicht nur für Kaenzig „jedes Mal wieder ein Gänsehautmoment“, auch viele mitgereiste Fans der gegnerischen Vereine freuen sich auf die außergewöhnliche Hymne. „In dem Moment bin ich am liebsten ungestört auf meinem Sitzplatz. Auch die Delegation des Gastvereins besteht immer darauf, dass sie zeitig auf den eigenen Plätzen ankommt, um das miterleben zu können. Auch das zeigt mir, dass ich für einen ganz besonderen Verein arbeiten darf“, betont er mit einem Lächeln im Gesicht.

In besagtem Lied singt Grönemeyer unter anderem: „Du bist einfach zu bescheiden.“ Sind der VfL und die Stadt für Kaenzig wirklich zu bescheiden? Seine Antwort: „Bescheidenheit ist eine Tugend. Der VfL war schon immer ein Verein, der aus wenig viel machen musste.“ Wieder so eine Gemeinsamkeit mit der eigenen Heimat, was auch dem Familienvater selbstverständlich nicht verborgen geblieben ist: „Mit dem Wandel, den die Stadt in den letzten Jahrzehnten mehrfach vollziehen musste und erfolgreich geschafft hat, ist sie auch ein Vorbild für unseren Verein.“

Den Kaenzig von Beginn seiner Amtszeit an schätzen und lieben gelernt hat, was nicht zuletzt an den Bochumerinnen und Bochumer lag: „Diese Direktheit und Offenheit hier sind einzigartig. In einer Welt, die teilweise sehr oberflächlich und unehrlich ist, sucht man diese Werte oft vergeblich. Ich spüre vom ersten Tag an hier in der Stadt viel Herzlichkeit. Deshalb konnte ich gar nicht anders, als mich direkt wohlzufühlen.“ Und dann kommt da noch die besondere Beziehung der Leute zum Fußball. „Nirgendwo in ganz Europa hat der Fußball einen solchen Stellenwert wie hier im Ruhrgebiet“, betont er. „Es ist für die Leute nicht nur eine Freizeitbeschäftigung, sondern Ernst und ein ganz wichtiger Lebensinhalt. Das erleben zu dürfen, ist etwas Besonderes.“

Einer Umfrage zu Folge hat der Klub von der Castroper Straße deutschlandweit über 18 Millionen Sympathisanten. „Auch im Jahr 2024 ist die Story ‚David gegen Goliath‘ immer noch sehr attraktiv“, nennt Kaenzig einen Grund für die außergewöhnliche Beliebtheit. In der Rolle des biblischen David fühlen sich Bochumer zwar durchaus nicht unwohl, dennoch stellt der Sprecher der Geschäftsführung klar: „Es sollen uns ruhig alle unterschätzen, aber die Fakten werden am Ende für uns sprechen. Sowohl für den VfL als auch für die Stadt.“

#darumBochum: Ilja Kaenzig

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