Heri Reipöler

Radar Media

Ein Leben mit und für Musik

Was aus dem Traum einer eigenen großen Karriere als Musiker begann, wurde über die Jahre zu einer (beruflichen) Laufbahn der Konzerte und Festivals hinter den Kulissen. Von B wie Bochum Total bis Z wie Zeltfestival Ruhr – und ganz viel dazwischen: Heri Reipöler hat in seinem bisherigen Leben nicht nur viel Musik gehört und gesehen, sondern vor allem federführend mitgewirkt, dass auf den Bühnen Bochums und der Welt beeindruckende Acts für Begeisterung und Ekstase im Publikum sorgten.

„In den 1980er-Jahren habe ich nicht nur mein Abitur gemacht, sondern zur gleichen Zeit auch die Musikerinitiative Bochum gegründet“, erzählt Reipöler aus seinen Erinnerungen. „Wir wurden schon damals von der Stadt Bochum massiv unterstützt und haben Proberäumlichkeiten in einer Schule zur Verfügung gestellt bekommen. Es gab schon seinerzeit die Idee, so etwas wie ein Festival zu veranstalten.“ Der entscheidende Anstoß dafür erfolgte jedoch in den benachbarten Niederlanden. „Was ich dort damals gesehen hatte, wollte ich auch in Bochum veranstalten“, sagt er und nennt es die „Geburtsstunde von Bochum Total“. Dann folgte ein zukunftsweisendes Treffen mit Marcus Gloria, der noch heute für die Organisation und Durchführung des größten und bekanntesten Musikfestivals der Stadt die Hauptverantwortung trägt. „Wir kannten uns vorher noch nicht persönlich. Während unseres ersten Treffens habe ich ihm von meiner Idee eines Festivals erzählt. Er war direkt Feuer und Flamme, weil er schon selber ähnliche Gedanken im Kopf hatte. Wir hatten beide den gleichen Ehrgeiz und Pfeffer und wollten das unbedingt auf die Beine stellen.“ Gesagt, getan, geboren: Bochum Total feiert im nächsten Jahr seinen 40. Geburtstag und ist eine absolute Erfolgsgeschichte.

"Es gibt sicherlich Personen, die größere Unternehmen leiten und höhere Budgets verwalten, aber ich finde, dass auch die Kreativlandschaft in Bochum einen wichtigen Beitrag dazu leistet, dass Bochum lebenswert ist und bleibt."
Heri Reipöler
Radar Media

Eine eigene Schallplattenfirma

Voller Tatendrang gründete Reipöler zu dieser Zeit auch eine eigene Schallplattenfirma mit dem Namen Soundfactory. „Das hat sehr gut ineinandergepasst. Wir haben damals Compilations von Bochum Total zusammengestellt. Wir nannten die Sampler ‚Total fatal‘ und haben den Leuten damit das Beste des Festivals auf einer Platte geboten. Heute würde man wohl eher eine Spotify-Playlist zusammenstellen“, berichtet er mit einem breiten Grinsen. 1999 schlug Reipöler schließlich einen etwas anderen Weg ein: „Während ich mich noch mehr in Richtung Musikbereich bewegen wollte, entschied sich Marcus dafür, mehr in Richtung Veranstaltungsorganisation zu gehen. Also trennten sich unsere beruflichen Wege.“

So entstand zunächst die Radar Musik & Unterhaltungs GmbH und kurz darauf die Radar Media GmbH. Diese steht auf drei Säulen: Zum einen ist sie eine klassische Kommunikationsagentur und in diesem Bereich unter anderem für das Parookaville Festival und die lit.Cologne tätig. Die zweite Säule dreht sich ganz klassisch um die Organisation und Durchführung von Events wie beispielsweise das Zeltfestival Ruhr oder die Nachhaltigkeitsmesse der GLS Bank. Und zu guter Letzt schlägt die Radar Media eine Brücke zwischen Unternehmen, die eigentlich musikfremd sind, und Musikern oder Bands. Da ist beispielhaft eine aktuelle Kampagne mit den Fantastischen Vier und einem renommierten Spirituosenhersteller zu nennen.

Zeltfestival Ruhr als „Lieblingsprojekt“

Auf die Frage nach einem Lieblingsprojekt muss Reipöler nicht lange nachdenken: „Das sind meistens diejenigen, die man auch am intensivsten betreut. Deshalb ist es bei mir das Zeltfestival Ruhr.“ 2007 entstand die Idee und wurde der Stadt Bochum vorgestellt. „Wir wollten etwas etablieren, was es noch nicht gab. Es sollte sich von den klassischen Festivals abheben.“ In den Büroräumlichkeiten von Radar Media im Alten Amtshaus in der Brückstraße steht die weiße Zeltstadt am Kemnader See in Miniaturformat nachgebaut. Mit leuchtenden Augen berichtet Reipöler von den Anfängen, aber auch davon, was im Laufe der Jahre daraus geworden ist: „Wir haben einen Dreiklang geschaffen aus Kultur und Musik, einem Markt und Gastronomie, die über die klassische Currywurst hinausgeht.“ Dies sei auch das Erfolgsrezept des Zeltfestivals. 

Auch wenn der erfahrene Veranstalter mit Blick auf das ZFR von einer Achterbahnfahrt spricht: „Im ersten Jahr haben wir finanziell ganz schön gelitten, weil es aufgrund des Dauerregens noch nicht so angenommen wurde. Dennoch haben wir von vielen Partnern und Sponsoren die Rückendeckung bekommen, es weiter zu versuchen. Das Ausmerzen von Kinderkrankheiten und viel besseres Wetter haben dazu geführt, dass sich dann der Erfolg eingestellt hat.“ Eine weitere schmerzhafte Erfahrung war dann schließlich die Corona-Pandemie, die nicht nur der gesamten Veranstaltungsbranche mächtig zugesetzt hat. „Das war auch wegen der gestiegenen Preise alles andere als einfach. Aber auch diese Zeit haben wir gemeistert“, sagt Reipöler heute.

Bochum als Heimat aus Überzeugung

Auch wenn es in der Zeit der Radar Media räumliche Umzüge gab, dem Standort Bochum ist sie treu geblieben. Warum eigentlich? „Es stimmt schon, die meisten großen Konzerne in der Branche sind nach Berlin gegangen. Aber wir haben uns bewusst dafür entschieden, hier zu bleiben. Zum einen natürlich, weil wir privat hier verwurzelt sind. Zum anderen aber auch, weil es für uns sehr spannend ist, hier zu arbeiten. Wir können hier Dinge realisieren, die im großen Berlin untergehen und keine Beachtung finden würden. Außerdem hat Bochum genau die richtige Größe, dass man die meisten Partner und Entscheider sogar persönlich kennt.“

Wenn man diese Worte aus seinem Mund hört, ist er ein echter Botschafter dieser Stadt. „Darauf bin ich sehr stolz“, betont Reipöler. „Es gibt sicherlich Personen, die größere Unternehmen leiten und höhere Budgets verwalten, aber ich finde, dass auch die Kreativlandschaft in Bochum einen wichtigen Beitrag dazu leistet, dass Bochum lebenswert ist und bleibt.“ Als der „Hotspot der Livekultur“.

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