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Gründungshilfen für gesellschaftlichen Mehrwert
„Die Zukunft gestaltet sich nicht von allein“, sagt Jörg Holstein. Der Gründer der VISUS Health IT und geschäftsführende Gesellschafter der Meerkat Holding möchte in einer Welt leben, die Raum für neue Arbeitswelten und medizinische Anwendungen bietet, die den Menschen dienen. Daher investiert er über Meerkat in überzeugende Gründungsideen für das Gesundheitswesen. „Smart Money for Smart Health“, formuliert es der IT-Unternehmer.
Der Fokus bei den Geschäftsideen, -visionen und -modellen, die Meerkat fördert, liegt auf IT-Lösungen und Software-getriebenen Innovationen. Zu diesen zählt der Therapieball von „ichó systems“. Das Produkt des Duisburger Start-ups steckt voller Sensoren, Mikros und Lautsprecher und kann mit Apps für eine passgenaue Behandlung bestückt werden. Menschen, die eine neurodegenerative Erkrankung wie Alzheimer haben oder einen Unfall oder Schlaganfall hatten, können mit dem weißen, handtellergroßen, geriffelten Ball dank verschiedener Programme ihre Sinne und ihr Sprechvermögen trainieren. „Die Patientinnen und Patienten können die Übungen unter Anleitung von Pflegekräften machen und erhalten ein audio-visuelles Feedback, das sie motiviert, das Sinne und Gehirn stimuliert“, erklärt Jörg Holstein, während der Therapieball in seinen Händen vielfarbig aufleuchtet, musikalische Töne von sich gibt und / oder vibriert.
In den Niederlanden unterstützt Meerkat ein Forschungsprojekt mit Parkinson-Patient*innen: „Ein Sensor am Bein erkennt, ob der Patient in der Bewegung einzufrieren und zu fallen droht“, schildert Jörg Holstein. „Das Gerät bemerkt die Anzeichen, gibt über einen Impuls den Takt vor, damit der Patient seinen Schrittrhythmus halten kann.“ Freezing, wie das Erstarren genannt wird, wird bisher in der Regel medikamentös behandelt. Hier bietet der sensorisch-taktile Impulsgeber, der die Schrittmuster seiner Trägerin bzw. seines Trägers „lernt“ und überwacht, einen anderen oder ergänzenden Behandlungsansatz. Übersetzt in eine App kann die Technologie Betroffenen, Angehörigen sowie Behandelnden und Pflegenden eine wichtige Alltags- und Arbeitshilfe sein.


Smarte Lösungen fürs Gesundheitssystem
In Bochum hat Meerkat mit einem Impact Investment „Glim Skin“ unterstützt. Die Entwicklung der Gründerinnen sieht aus wie eine futuristische Zahnbürste, ist aber keine. Das handliche Gerät lindert mit Hilfe von Kaltplasma-Technologie tiefenwirksam Hautirritationen, Akneentzündungen und Altersflecken. Die Geschäftsidee: eine innovative, auch vorbeugende Lösung zur täglichen Hautpflege zu finden, die ohne Zusatzstoffe auskommt.
Etwa 150 Start-ups schaut sich Jörg Holstein mit dem Meerkat-Team im Jahr intensiv an. Die meisten davon haben schon gegründet oder wollen gründen. „Wir treffen auf viele gute Ideen, aber alle brauchen betriebliche Unterstützung, manche haben selbst schon eine Lösung für ein Problem im Sinn – hier können wir mit unseren unterschiedlichen Kompetenzen und unserem Netzwerk sehr gut helfen.“ Nach 25 Jahren Erfahrung in der Gesundheitswirtschaft und als Vorstandsmitglied von MedEcon, dem Netzwerk der Gesundheitswirtschaft im größten Ballungsraum Deutschlands – dem Ruhrgebiet –, ist der Bochumer Unternehmer bestens vernetzt.
Die Zahl der Pitch-Anfragen, die ihn bei Meerkat erreichen, steigt. Ein wesentlicher Grund und Treiber ist die Digitalisierung. Und: „Die Notwendigkeit, das Gesundheitssystem zu verändern, ist hoch. Wir würden über viele Produkte gar nicht nachdenken, wenn wir genug Fachkräfte hätten“, weiß der Meerkat-Gründer und geschäftsführende Gesellschafter.
Hier könne Künstliche Intelligenz – sinn- und verantwortungsvoll eingesetzt – helfen, vorhandene Ressourcen zu schonen und die Behandlungsqualität zu erhöhen. So können Pflegekräfte zum Beispiel mit dem KI-Sprachassistenten von Dexter Health schon heute unter anderem Gesundheitsdaten wie Blutdruck- oder Zuckerwerte bei ihren Einsätzen live in ihr Handy diktieren und später in eine Dokumentation umwandeln. Sie können damit auch Anliegen – vom Hilferuf für den Toilettengang bis zum Wunsch nach einer neuen Wasserflasche – erfassen, priorisieren und nötige Ver- bzw. Besorgungswege optimieren. Das Kölner Unternehmen hatte Meerkat mit dem Ansatz für sich gewonnen, Pflegekräfte zu entlasten und wieder mehr Zeit für Versorgung und Betreuung ambulanter und stationärer Patient*innen zu geben.
„Leider ist das Gesundheitssystem total auf Kostenreduzierung getrimmt – eine Idee, die nur besser ist, reicht also nicht, sie muss im Ergebnis auch günstiger sein“, weiß Jörg Holstein. Für ihn und seine Mitstreiter*innen bei Meerkat – Klaus Kleber, Amelie Holstein und Susanne O’Brien – zählt jedoch, dass die Gründungsvorhaben den Menschen nützen: „Wir investieren langfristig nur in Geschäftsideen, die einen glaubhaften gesellschaftlichen Impact haben.“

Soziale Verantwortung als Schlüssel
Gründer*innen unterstützt Meerkat daher nicht nur bei der Finanzierung, Technologie und dem Marktzugang, sondern auch bei der Corporate Social Responsibility. Nachhaltigkeit prangt im Büro von Jörg Holstein mit gutem Grund groß an der Wand: „Wir möchten zu einem Gleichgewicht zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten der Nachhaltigkeit beitragen.“ Teil der werteorientierten Zusammenarbeit sind ebenso Mentoring und Coaching. Hier können Jörg Holstein und seine Team-Kolleg*innen eigene Erfahrungen ihres langjährigen unternehmerischen Handelns an die Start-ups weitergeben. „Wir wollen einen sinnvollen Beitrag leisten, der über ein reines Investment hinaus geht“, erläutert der 56-Jährige. Das spiegelt auch der Name der Bochumer Holding wider.
„Meerkat“ ist Afrikaans und bedeutet Erdmännchen. „Wir verbinden mit diesen Tieren Grundwerte wie Partnerschaft, Innovation und Nachhaltigkeit, die wir als überaus wichtig erachten und die unsere unternehmerischen Tätigkeiten prägen“, so der geschäftsführende Gesellschafter. Dementsprechend strebe Meerkat starke und langfristige Partnerschaften an. Das Ziel: Grenzen überschreiten, neue Wege gehen und Innovationsprozesse begleiten und vorantreiben.
Die Voraussetzungen dafür sind in Bochum gut: „Bochum ist der Hotspot für Smart Health in der Region“, betont Jörg Holstein. „Wir haben eine extrem tolle Forschungs- und Kliniklandschaft, ein dynamisches Start-Up-Klima und eine absolut innovationsfreudige Stadtgesellschaft.“
Er selbst hat seinen Firmensitz auf dem Gesundheitscampus im „Cube 17“, dem Smart Health Innovation Center. In diesen hat Meerkat Firmen aufgenommen, die zum Wertegerüst und Handlungskonzept der Holding passen. Ebenfalls Raum findet im „Cube 17“ das Netzwerk „Quhr“ – ein Kreis aus Gründer*innen und Unternehmer*innen, der Smart Health-Ideen fördert und Start-ups aus der Gesundheitswirtschaft dafür mit Partner*innen zusammenbringt, die sie im IT-, Personal-, Marketingbereich sowie bei Finanzierungs-, Steuer- und Rechtsangelegenheiten unterstützen. Auch Büros für Co-Working stehen den Start-ups über „Quhr“ im „Cube 17“ zur Verfügung, um sich untereinander möglichst stark vernetzen und Synergien nutzen zu können.

Potentiale erkennen und fördern
„Wir möchten mit unserem Engagement etwas zurückgeben“, erläutert Jörg Holstein, der in Dortmund studiert und von 2000 bis zum Verkauf 2021 Geschäftsführer der VISUS Health IT war. Die von ihm und Klaus Kleber gegründete Firma, die innovative Software für medizinisches Bild- und Datenmanagement anbietet und mit ihrer IT-Lösung für radiologische Bildbefundung in Deutschland marktführend ist, liegt direkt neben dem „Cube 17“ und ist der Grundstein für das Engagement von Meerkat. Sie ist ein Spin-off der Universität Witten-Herdecke, an der Jörg Holstein die Abteilung für Medizinische Computerwissenschaften des Instituts für Mikrotherapie leitete. Der Informatiker mit Schwerpunkt Betriebswissenschaften hatte sich schon während des Studiums einen Job in der Gesundheitsbranche gesucht: Im Grönemeyer-Institut kümmerten er und Klaus Kleber sich als studentische Hilfskräfte um die IT, entwickelten die Diagnostik-Dokumentation und stiegen in die medizinische Bildbearbeitung ein. „Daraus ist dann die VISUS Health IT entstanden“, blickt der 56-Jährige zurück. „Dietrich Grönemeyer hat damals unser Potential erkannt, uns monetär gefördert, war quasi unser ,Business Angel‘ und sein Institut unser Hub.“
Heute füllt Jörg Holstein selber diese Rolle aus, fungiert auch ehrenamtlich als Mentor, so im Bochumer „Werk X“, für das Programm „Health +“ der Ruhr-Universität und die Organisation „Anthropia“. Für den Senkrechtstarter-Wettbewerb 2025 hat Meerkat zusammen mit „Quhr“, dem Smart Health Hub Ruhr, einen Sonderpreis für herausragende Gründungsideen im Bereich digitaler Gesundheitslösungen gestiftet. „Wir möchten mit dem Smart Health Award gezielt Start-ups fördern, die mit Technologie, Kreativität und Vision daran arbeiten, das Gesundheitswesen smarter zu gestalten“, sagt Jörg Holstein. „Der Preis soll nicht nur Innovation sichtbar machen, sondern auch vernetzen: Wirtschaft, Wissenschaft, Medizin und Gründungsszene – und das mitten im Ruhrgebiet.“
#darumBochum: Jörg Holstein
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GLS Bank
#darumBochum: Aysel Osmanoglu
Auf der Unternehmenswebseite der GLS Bank, die ihren Firmensitz an der Christstraße in Bochum hat, heißt es: „Mit unserem zukunftsweisenden Bankgeschäft setzen wir Maßstäbe für solidarisches Wirtschaften innerhalb der planetaren Grenzen. Und das bereits seit 1974.“ Was sich zunächst wie ein netter Werbetext anhört, ist auf dem zweiten Blick – oder Klick – mit ganz viel Leben und nachhaltigen Projekten gefüllt, denen sich die GLS Bank verschrieben hat. Mit ihrer Karriere lebt Vorstandssprecherin Aysel Osmanoglu diese Haltung auf außergewöhnliche Art und Weise vor.

Radar Media
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Was aus dem Traum einer eigenen großen Karriere als Musiker begann, wurde über die Jahre zu einer (beruflichen) Laufbahn der Konzerte und Festivals hinter den Kulissen. Von B wie Bochum Total bis Z wie Zeltfestival Ruhr – und ganz viel dazwischen: Heri Reipöler hat in seinem bisherigen Leben nicht nur viel Musik gehört und gesehen, sondern vor allem federführend mitgewirkt, dass auf den Bühnen Bochums und der Welt beeindruckende Acts für Begeisterung und Ekstase im Publikum sorgten.

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Als Kanzlerin der Ruhr-Universität Bochum verantwortet Dr. Christina Reinhardt die Bereiche Finanzen, Recht, Personal, Infrastruktur und IT und leitet die Verwaltung. „Inhaltlich beschäftigen mich am meisten die digitale Transformation, die bauliche Sanierung und komplexe Finanzaufgaben“, erläutert die 56-Jährige. „Die strategische Weiterentwicklung der Universität ist eine Aufgabe des Rektorats. Als Kanzlerin bin ich mittendrin, mit einer besonderen Perspektive – zum Beispiel mit Blick auf Finanzen und Bau. Meine Kernaufgaben sind vor allem Führung und Kommunikation.“ Als Kanzlerin versteht sich Christina Reinhardt als Übersetzerin zwischen Verwaltung und Wissenschaft, Forschung und Lehre.

Andreas Kluy
Direktor Marketing & Vertrieb bei VfL Bochum 1848
Andreas Kluy bringt umfangreiche Erfahrungen im Bereich Vertrieb, Partner-Management und Marketing sowie wertvolle Einblicke in die Welt des professionellen Sports mit und könnte dein Mentor sein.

Friederike Schneider
Expert Cybersecurity bei CarByte
Friederike Schneider verantwortet unter anderem das Business Development des Deep-Tech-Startups und könnte deine Mentorin sein.