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Nachhaltigkeit ist kein Trend
Auf der Unternehmenswebseite der GLS Bank, die ihren Firmensitz an der Christstraße in Bochum hat, heißt es: „Mit unserem zukunftsweisenden Bankgeschäft setzen wir Maßstäbe für solidarisches Wirtschaften innerhalb der planetaren Grenzen. Und das bereits seit 1974.“ Was sich zunächst wie ein netter Werbetext anhört, ist auf dem zweiten Blick – oder Klick – mit ganz viel Leben und nachhaltigen Projekten gefüllt, denen sich die GLS Bank verschrieben hat. Mit ihrer Karriere lebt Vorstandssprecherin Aysel Osmanoglu diese Haltung auf außergewöhnliche Art und Weise vor.


Mit Vertrauen und Neugier nach vorn
Im Alter von zwölf Jahren floh Aysel Osmanoglu mit ihrer Familie aus Bulgarien, wo die türkische Minderheit verfolgt wurde. In der Türkei jedoch blieb sie auch nicht und landete nach dem Fachabitur in Deutschland. Als Studierende der Betriebs- und Volkswirtschaft kam sie 2002 als studentische Hilfskraft zur Ökobank. Es folgte eine Fusion ihres damaligen Arbeitgebers mit der Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken (GLS). „Ich war dankbar und freudig“, denkt Osmanoglu, zu der Zeit 25 Jahre jung, an den Prozess zurück. „Es hat mich neugierig auf die kommenden Entwicklungen gemacht.“ Dass Sie das „neue“ Unternehmen bis heute nicht verlassen hat, spielte in ihrem Kopf damals wahrscheinlich noch keine Rolle.
Stattdessen nahm der Karriereweg einen beeindruckenden Lauf: 2006 wurde sie Trainee der GLS Bank und ab 2013 Bereichsleiterin Basisgeschäft und Marktfolge. Neben ihrem Studienabschluss in Volks- und Betriebswirtschaftslehre ist sie diplomierte Bankbetriebswirtin im Fach Management der Akademie Deutscher Genossenschaften. Seit 2017 ist Osmanoglu Vorständin der GLS Bank, seit 2023 Vorstandssprecherin und verantwortet die Bereiche Strategie und Kommunikation. „Ein Schritt hat den nächsten ergeben“, sagt sie mit dem heutigen Blick in ihrer bescheidenen Art. „Dank der GLS Bank konnte ich an meinen Aufgaben wachsen. Ich hatte immer Menschen um mich, denen ich vertrauen konnte, mit denen gemeinsam sich Dinge entwickeln ließen und die mein Potenzial erkannt haben. Dafür bin ich sehr dankbar.“
Mit klarem Kompass für eine lebenswerte Zukunft
Auf diesem Weg hat die heute 48-Jährige persönlich, aber auch ihr Unternehmen nie den Kompass verloren: Nachhaltigkeit wurde nicht nur schon immer großgeschrieben, sondern auch fett unterstrichen. Doch warum liegt das Thema ihr so auf dem Herzen? „Weil wir nicht auf einem überhitzten, übersäuerten, seiner Biodiversität beraubten Planeten leben wollen“, sagt sie klar und direkt. „Wir wollen unsere wunderbare Welt für uns, für unsere Kinder und für alle nachkommenden Generationen erhalten. Nachhaltigkeit ist kein Trend, keine Meinung, sondern pure Notwendigkeit. Und inzwischen sogar zu wenig, denn wir brauchen dringend Regeneration und Heilung für die Ökosysteme, übrigens auch für unsere Demokratie und das soziale Miteinander. Es hängt alles miteinander zusammen.“
Darüber sollte es keine zwei Meinungen geben, der Diskurs über dieses Thema zeigt jedoch etwas anderes. Er wird ähnlich überhitzt geführt, wie es der Erde auch droht. „Der Mindeststandard sollte eigentlich für alle klar sein“, wundert sich auch Osmanoglu über die unterschiedlichen Sichtweisen. „Dass wir noch nicht weiter sind, hat aus meiner Sicht viel mit unserer Wirtschaftsweise zu tun und welche Paradigmen durch sie im Mittelpunkt stehen: Wachstum auf Kosten anderer, Gewinnmaximierung, Konkurrenzdenken. Hinzu kommen auch Erzählungen, die Menschen Angst machen, sie würden etwas verlieren oder ihnen würde etwas weggenommen durch Nachhaltigkeit. Das Gegenteil ist der Fall. In einer sozial-ökologischen Wirtschaftsweise gewinnen alle etwas hinzu, insbesondere an Lebensqualität. Und natürlich ist der Erhalt unserer Lebensgrundlagen die Basis für alles.“

Bochum – Stadt im Wandel
Die eigene Basis – privat und beruflich – hat Osmanoglu längst in Bochum gefunden. Der Reiz der Stadt liege im zweiten Blick, beschreibt die Familienmutter, die zuvor in Freiburg, Heidelberg und Aachen gelebt hat. „Bochum ist meine Heimat. Ich schätze sehr, dass ich jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren kann, dass die Stadt nicht stillsteht und dass die GLS-Zentrale in so einer wunderschönen und angenehmen Nachbarschaft angesiedelt ist“, sagt sie mit einem Lächeln auf den Lippen. Auf die Frage, wo sie dem Alltag entflieht, nennt sie den Springorum Radweg, das Wiesental und die Basketball-Heimspiele der Astroladies. Ein schöner Auszug aus der Vielfalt der Stadt.
Die private Heimat ist das eine, die ihres Unternehmens das andere. Warum Bochum? Osmanoglu spricht von einer „Stadt der Transformation“. Und erläutert dies wie folgt: „Von der Stadt der Kohlebergwerke zu einem Standort für Innovation, Vielfalt und kreative Ideen, wie etwa das Gelände Mark 51°7. Ich bin begeistert, wie Bochum das Konzept der Schwammstadt adaptiert und wie hier immer etwas in Bewegung ist, ob der Aufbau des Hauses des Wissens, für das ich im Beirat bin, in der Kulturszene oder bei der Gestaltung neuer Quartiere. In Bochum wird gemacht!“ Ausrufezeichen.
#darumBochum: Aysel Osmanoglu



Weitere Erfolgsgeschichten

betaSENSE
#darumBochum: Prof. Dr. Klaus Gerwert
Die große Angst vor dem Vergessen: In Deutschland leben über 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Die meisten leiden an Alzheimer und Parkinson. Die Tendenz ist in der alternden westlichen Gesellschaft stark steigend. Was die Betroffenen nicht wissen: Sie sind schon lange erkrankt, im Schnitt seit mehr als einem Jahrzehnt. Erst nach einer solch langen Spanne machen sich klinische Symptome bemerkbar. Damit ist unwissentlich die wichtigste Zeit für den Kampf gegen die Erkrankungen verloren gegangen. Prof. Dr. Klaus Gerwert, Gründungsdirektor des Forschungszentrums für molekulare Proteindiagnostik (PRODI) und Gründer der betaSENSE GmbH, arbeitet daher daran, neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson früh zu erkennen, damit der Ausbruch von Symptomen künftig medikamentös verhindert werden kann. Dazu hat er ein weltweit neues Bluttestverfahren entwickelt – medizinische Spitzenforschung aus Bochum!

Figurentheater
#darumBochum: Annette Dabs
Bochum ist eine Theaterstadt mit langer Tradition. Das gilt auch für eine besondere Sparte: das Figurentheater. Die Stadt ist eines der wichtigsten Zentren in Europa für diese Spielkunst. Annette Dabs, Regisseurin, Festivalleiterin und Kulturmanagerin, hat daran maßgeblich Anteil. National und international ist die langjährige Leiterin des Deutschen Forums für Figurentheater und Puppenspielkunst als Expertin unterwegs.

Marcus Gloria
Geschäftsführer von Cooltour Bochum
Jörg Holstein ist Unternehmer und Organisator von Konzerten und Festivals. Mit seiner langjährigen Erfahrung in der Eventbranche bringt er fundiertes Know-how sowie ein großes Netzwerk mit und könnte dein Mentor sein.

ai.dopt
#darumBochum: Dr. Martina Schuster
Eine Zukunft ohne Künstliche Intelligenz (KI) ist für Dr. Martina Schuster undenkbar geworden. Privat wie dienstlich arbeiten viele Menschen mittlerweile täglich mit KI. „Und Entwicklungen, die früher mehrere Monate brauchten, sind heute innerhalb von wenigen Tagen möglich“, betont die Unternehmensgründerin. Mit der 2022 in Bochum gegründeten ai.dopt GmbH hat die Wirtschaftsjuristin ein Unternehmen geschaffen, das Kundinnen und Kunden aus dem Bereich der kritischen Infrastruktur (KRITIS) gezielt unterstützt. Das Unternehmensziel: „Künstliche Intelligenz regelkonform mit minimalem Ressourceneinsatz zu nutzen und das enorme Potenzial dieser Technologie voll auszuschöpfen.“

CarByte
#darumBochum: Friederike Schneider
Es gibt Lebensläufe, die lesen sich wie an einem Reißbrett geplant. Klar strukturiert und mit dem einen Ziel vor Augen, wo die Person einmal landen möchte. Dann gibt es berufliche Werdegänge, die nicht von Anfang bis Ende durchgeplant sind. Und nicht schon zu Beginn den klassischen Weg eingeschlagen haben. Oder von diesem zwischenzeitlich abgekommen sind. In die zweite Kategorie passt die berufliche Laufbahn von Friederike Schneider, Cybersecurity Expert bei CarByte. Sie und ihre Geschichte zeigen: Viele Wege führen zum Erfolg.

Meerkat
#darumBochum: Jörg Holstein
„Die Zukunft gestaltet sich nicht von allein“, sagt Jörg Holstein. Der Gründer der VISUS Health IT und geschäftsführende Gesellschafter der Meerkat Holding möchte in einer Welt leben, die Raum für neue Arbeitswelten und medizinische Anwendungen bietet, die den Menschen dienen. Daher investiert er über Meerkat in überzeugende Gründungsideen für das Gesundheitswesen. „Smart Money for Smart Health“, formuliert es der IT-Unternehmer.
Der Fokus bei den Geschäftsideen, -visionen und -modellen, die Meerkat fördert, liegt auf IT-Lösungen und Software-getriebenen Innovationen. Zu diesen zählt der Therapieball von „ichó systems“. Das Produkt des Duisburger Start-ups steckt voller Sensoren, Mikros und Lautsprecher und kann mit Apps für eine passgenaue Behandlung bestückt werden.