Dr. Christina Reinhardt

Ruhr-Universität Bochum

Impulsgeberin für Wissen und Wandel

Sie bietet die Chance auf Bildung, ermöglicht neue wissenschaftlichen Erkenntnisse und fördert Strukturwandel: Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) ist vieles. Ihr Gründungsauftrag von 1965, Stadt und Region neue Impulse zu geben und selbst Entwicklungen aufzunehmen, sich zu verändern und zu wachsen, ist so aktuell wie eh und je. Ihre Aufgabe, dabei eine enge Verbindung zwischen Bildung, Forschung und Wirtschaft zu schaffen, erfüllt sie seit sechs Jahrzehnten. „Das ist eine Wahnsinnsleistung“, sagt Dr. Christina Reinhardt, Kanzlerin der RUB.

Als Kanzlerin verantwortet sie die Bereiche Finanzen, Recht, Personal, Infrastruktur und IT und leitet die Verwaltung. „Inhaltlich beschäftigen mich am meisten die digitale Transformation, die bauliche Sanierung und komplexe Finanzaufgaben“, erläutert die 56-Jährige. „Die strategische Weiterentwicklung der Universität ist eine Aufgabe des Rektorats. Als Kanzlerin bin ich mittendrin, mit einer besonderen Perspektive – zum Beispiel mit Blick auf Finanzen und Bau. Meine Kernaufgaben sind vor allem Führung und Kommunikation.“ Als Kanzlerin versteht sich Christina Reinhardt als Übersetzerin zwischen Verwaltung und Wissenschaft, Forschung und Lehre.

„Beide [Ruhr-Universität Bochum und die Stadt Bochum] haben zwei Eigenschaften, die sehr gut zusammen funktionieren. Sie sind wahnsinnig ambitioniert und trotzdem bodenständig."
Dr. Christina Reinhardt
Kanzlerin der Ruhr-Universität Bochum​

Deutschlandweit Spitze​

Die RUB ist eine der größten Universitäten Deutschlands: mit knapp 38.000 Studierenden, 6.500 Beschäftigten in Verwaltung und Wissenschaft, 21 Fakultäten und 500 Lehrstühlen. Und einem Campus, so groß wie 630 Fußballfelder. „Wir arbeiten mit einem jährlichen Budget von 900 Millionen Euro, knapp 200 Millionen davon sind eingeworbene Drittmittel für Forschung“, skizziert Christina Reinhardt das Gewicht der RUB in Lehr- und Forschungskreisen. „Hier gehören wir deutschlandweit zur Spitze.“ Was Ruhr-Uni und Stadt aus ihrer Sicht eint: „Beide haben zwei Eigenschaften, die sehr gut zusammen funktionieren. Sie sind wahnsinnig ambitioniert und trotzdem bodenständig.“

Wie sehr die Entwicklung der RUB und der Stadt Bochum ineinandergreifen, zeigen auch jüngste Meilensteine. 2021 hat die RUB eine eigene Fakultät für Informatik gegründet. „Es war wichtig, dass wir das gemacht haben. Hier sind wir stark in der Forschung und haben einen großen Zulauf“, schildert Christina Reinhardt. Und: „Die Entwicklungsmöglichkeiten sind vielfältig.“ Mit CASA verfügt die RUB zudem über ein Exzellenzcluster, das sich mit Cyber-Sicherheit im Zeitalter von IT-Großangriffen beschäftigt. Ein bedeutendes Plus für eine Stadt wie Bochum, die ein Hotspot für IT-Sicherheit ist und dies bleiben will. Und alles Gründe, warum im Innovationsquartier MARK 51°7 aktuell das Max-PIanck-Institut (MPI) für Sicherheit und Privatsphäre entsteht. „Es ist super, dass es gelungen ist, das MPI nach Bochum zu holen“, freut sich die RUB-Kanzlerin. Aus ihrer Sicht ein weiterer Meilenstein für die Entwicklung der RUB, aber auch der Stadt Bochum: „Dass wir als ,First Mover‘ selbst den Schritt nach MARK 51°7 gemacht haben.“

Zukunftsweisende Forschung

Zukunftsweisende Einrichtungen wie das Forschungszentrum für das Engineering Smarter Produkt-Service Systeme (ZESS) und Zentrum für Theoretische und Integrative Neuro- und Kognitionswissenschaft (THINK) stehen heute hier. Doch die RUB nutzt nicht nur einen Teil der ehemaligen Opel-Fläche: Im heutigen O-Werk ist der RUB-Makerspace. Er zählt zu den größten universitären Lehr- und Experimentierorten in Deutschland. Aus Gründungsideen können hier in verschiedenen Werkstätten Prototypen entstehen. Auf dem Technologie- und Wissenscampus haben ehemalige RUB-Absolvent*innen eigene Firmen gegründet, die weltweit neue Standards – vor allem in der IT-Sicherheit – setzen. In Bochum ist so ein nahezu einzigartiges, netzwerkbasiertes Ökosystem entstanden.

In ihrer Funktion als Kanzlerin ist Christina Reinhardt für die RUB selbst automatisch Teil eines großen Netzwerks. So ist sie unter anderem Mitglied im Aufsichtsrat des Centers for Advanced Internet Studies (CAIS), das sich als Wissenschafts- und Forschungsinstitut international der Digitalisierung widmet. Sie wirkt im Beirat der „Bochum Perspektive“, die das Innovationsquartier MARK 51°7 als Standort für neue Unternehmen aus Wissenschaft und Forschung entwickelt, und ebenso vom „Haus des Wissens“, das mitten in der Innenstadt als neuer Ort für Bildung und Begegnung entsteht. Als Präsidiumsmitglied ist sie Part der „UniverCity Bochum“, die als interdisziplinärer Wissensverbund neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Stadtverwaltung und Gesellschaft sucht und wichtige Impulse für Innovationen und Wandel setzen möchte.

„UniverCity ist als Einrichtung einmalig“, lobt die RUB-Kanzlerin das starke Bekenntnis der Stadt zu ihren Hochschulen und die Bedeutung des Wissenschaftsverbundes auch für den „Transfer von Wissenschaft“. Ihre vielleicht ungewöhnlichste Wirkungsstätte ist jedoch das Ruhrstadion: Als Vorstands- und Aufsichtsratsmitglied unterstützt sie den VfL Bochum, dessen Stadion gerade Bundesliga-tauglich umgebaut wird. „Modernisierung im laufenden Betrieb ist mir nicht neu“, scherzt Christina Reinhardt mit Blick auf die umfangreichen Sanierungs- und Neubauarbeiten auf dem Campus der RUB.

Digitale Transformation

Durch diese und weitere Funktionen wirkt die promovierte Sozial- und Wirtschaftsgeographin an vielen Stellen an der Entwicklung Bochums mit. Häufig ist sie dabei mehrheitlich von Männern flankiert. Die Wahl-Bochumerin ist die erste Kanzlerin der RUB. „Die erste Frau in einem Amt zu sein, ist für mich nicht neu“, sagt Christian Reinhardt. „Das war häufiger in meiner Biografie so. Darin bin ich geübt. Und vor großen Aufgaben habe ich mich nie erschrocken.“ Bevor sie ihr aktuelles Amt antrat, war sie sieben Jahre lang Kanzlerin der benachbarten Hochschule Bochum. Sich als Kanzlerin der RUB zu bewerben, „fühlte sich wie ein natürlicher Schritt an“. Die gebürtige Leinfeldenerin hat an der RUB erst studiert, dann promoviert und von 2000 bis 2009 bereits in der Organisations- und Personalentwicklung gearbeitet: „Sie war immer meine Uni des Herzens.“ 108 Universitäten gibt es deutschlandweit. 20 von ihnen haben eine Kanzlerin an der Spitze, vier davon sind für eine der 13 NRW-Hochschulen tätig. „Da könnte sich noch mehr tun“, findet Christina Reinhardt. „An den Universitäten werden viele Anstrengungen unternommen, noch mehr Frauen in Führung zu bekommen, um für mehr Gleichstellung zu sorgen. Das System ist da schon weit. Unsere Gremien sind in der Regel paritätisch besetzt.“ 

Krisen wie die Corona-Pandemie haben den universitären Alltag und das studentische Leben erschüttert, aber auch nachhaltig verändert: „Die digitale Transformation unserer Arbeitswelt hat einen deutlichen Schub bekommen. Es gibt mehr digitale Prozesse, mehr Homeoffice, mehr hybride Angebote, mehr Co-Working, auch mehr Arbeit in Teilzeit“, bilanziert Christina Reinhardt, deren Amtszeit dieses Jahr endet. Zur Weiterentwicklung der Organisation zählt für sie dazu, Bürokratie dort, wo nötig, abzubauen und prozess-orientiertes Denken zu fördern, denn „viele Arbeitsabläufe gehen heute quer durch die Verwaltung.“

Ihrer Lieblingsuni wünscht sie zum 60-jährigen Bestehen in diesem Jahr und für die Zukunft: eine auskömmliche Finanzierung, beschleunigte Campus-Sanierung und Erfolge in der Exzellenz-strategie. „Die Entscheidung, die Universität mitten ins Ruhrgebiet zu bauen, war revolutionär, und – wie wir heute wissen – eine ziemlich gute Idee“, so Christina Reinhardt.

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