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KI-Innovation für kritische Infrastruktur
Eine Zukunft ohne Künstliche Intelligenz (KI) ist für Dr. Martina Schuster undenkbar geworden. Privat wie dienstlich arbeiten viele Menschen mittlerweile täglich mit KI. „Und Entwicklungen, die früher mehrere Monate brauchten, sind heute innerhalb von wenigen Tagen möglich“, betont die Unternehmensgründerin. Mit der 2022 in Bochum gegründeten ai.dopt GmbH hat die Wirtschaftsjuristin ein Unternehmen geschaffen, das Kundinnen und Kunden aus dem Bereich der kritischen Infrastruktur (KRITIS) gezielt unterstützt. Das Unternehmensziel: „Künstliche Intelligenz regelkonform mit minimalem Ressourceneinsatz zu nutzen und das enorme Potenzial dieser Technologie voll auszuschöpfen.“
„Dabei ist es uns als ai.dopt wichtig, dass unsere Kundinnen und Kunden KI-Innovationen in einem geschützten Rahmen einführen und betreiben können“, erklärt Martina Schuster. „Grundsätzlich ist dies für alle Unternehmen zu empfehlen. Unverzichtbar ist es jedoch für Betreiber kritischer Anlagen.“ Aus Erfahrung weiß sie, dass sich Bürgerinnen und Bürger eine stabile und kostengünstige Bereitstellung von Wasser, Strom, Gas, Telekommunikation, Entsorgung und weiteren Dienstleistungen wünschen – Bereiche, in denen die KI-Optimierung von Arbeitsprozessen gerade auch in kommunalen Unternehmen einen großen Mehrwert stiften kann.
Die Herausforderung sehr oft dabei: Es fehlt an der geforderten KI-Kompetenz, an KI-Expertinnen und Experten und der speziellen Rechtexpertise im Umgang mit der neuen KI-Verordnung, die im Februar 2026 mit weiteren Regelungen in Kraft trat. Für KRITIS-Kundinnen und Kunden überführt ai.dopt die aktuellen Erkenntnisse aus KI-Forschung und -Regulatorik in ein pragmatisches Produktangebot und stellt den externen KI-Beauftragten.


KI-Potenzial einfach und sicher nutzen
Als zentrale Lösung entwickelt ai.dopt „KIMS“: ein KI-Management-System, das in Zusammenarbeit mit dem Frauenhofer-Institut sowie im Rahmen von drei Forschungskooperationen mit der Ruhr-Universität Bochum, der Universität Koblenz und der Universität Ulm entsteht. „Außerdem arbeiten wir eng mit Unternehmensberatungen zusammen. Oberste Priorität hat in jeder Kooperation immer der messbare Mehrwert“, so die ai.dopt-Gründerin.
KIMS fungiert als Steuerungszentrale für KI-Initiativen innerhalb der Unternehmen – zentrale Koordination bei dezentraler Verantwortung. Das System ermöglicht Führungskräften, alle KI-Vorhaben mit ihren Risikoeinstufungen und ihren Implementierungsstatus auf einen Blick zu haben, statt mit verteilten Listen oder Dateien zu arbeiten. „KIMS übersetzt die KI-Strategie in klare Prioritäten, Verantwortlichkeiten und Entscheidungen – KI-Compliance stellen wir dabei parallel sicher“, erläutert Martina Schuster.
Aus der Forschung in die Praxis
„Wir ermöglichen Firmen, innerhalb von zwei bis vier Monaten von der KI-Idee zur Umsetzung mit einem aufgesetzten KIMS zu gelangen“, schildert Martina Schuster. „Wir begleiten die Geschäftsführung Schritt für Schritt auf dem Weg zum Einsatz von KI, sodass sie den betriebswirtschaftlichen Erfolg realisiert und ihren Sorgfaltspflichten vollständig gerecht wird.“
Für KRITIS-Betreiberinnen und -Betreiber ist die Botschaft besonders relevant: Sie wollen das Potenzial von KI nutzen, scheuen aber die Regulatorik und die persönliche Geschäftsführerhaftung. Hier setzt ai.dopt an: mit vorgefertigten Use Cases, KI-Risikobewertungen, EU-AI-Act-Dokumentation und revisionssicheren Prüfungsdokumentationen – so genannten Audit-Trails – als klickbare Module statt individueller Projektarbeit.
Gerade kleinen und mittelständischen Firmen fällt es noch schwer, ohne Support sichere und vertrauensvolle KI-Systeme zu implementieren. „Es gibt viele Sicherheitsbedenken und den besagten Ressourcenmangel. Aktuell müssen die Unternehmen auch die Schatten-KI im Unternehmen einfangen“, weiß Martina Schuster aus der Praxis. „In vielen Unternehmen nutzen Beschäftigte proaktiv frei zugängliche KI-Tools und speisen dort betriebsinterne Daten ein. Dadurch entstehen gleich mehrere Probleme: Datenschutz wird nicht gewahrt, betriebsinterne Daten gelangen nach außen und die Führungsebene kann den Prozess nicht steuern und nicht sicherstellen, dass die Mitarbeiter über ausreichend KI-Kompetenz verfügen.“
Angefangen hat die Erfolgsgeschichte von ai.dopt mit dem Forschungsprojekt „Pandia“, das von Oktober 2021 bis September 2022 durch das NRW-Programm „Start.Up Transfer“ gefördert wurde. Die erste Idee für die Unternehmensgründung entstand während der Pandemie. „Wir waren Doktoranden, durch Corona viel zuhause, haben viel reflektiert und entschieden, mutig zu sein“, blickt Martina Schuster zurück.

Bochum als Start-up-Standort
Als Forschungsgruppe entschieden sich die Juristin und Wirtschaftswissenschaftlerin sowie ihre Mitgründer für die Ruhr-Universität (RUB) und damit für Bochum.
„Bochum war anfangs für uns ein blinder Fleck auf der Karte“, gesteht die gebürtige Augsburgerin, die für ihre Promotion an der Stanford University geforscht hat. „Doch die Empfehlung von anderen Start-ups und die Beratung der Worldfactory (das Transfer- und Start-up-Center) der Ruhr-Universität hatten uns stark überzeugt.“ So starteten die drei Gründerinnen und Gründer im Oktober 2021 an der RUB. Aus dem Forschungsprojekt „Pandia“ entstand im Frühjahr 2022 dann die ai. dopt GmbH, letztlich eine Ausgründung der RUB-Fakultät für Informatik.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die EU förderten ai.dopt und es folgte die Aufnahme in den Werk X-Inkubator Bochum. In dessen Co-Working-Räumen am Husemann-Platz hat das Gründer-Trio in dem Förderjahr „viel gearbeitet und auch einige lange Nächte verbracht“. „Das Werk X nutzen wir auch heute noch gerne für Co-Working, Austausch mit anderen Gründerinnen und Gründern oder für Interviewtermine aufgrund der repräsentativen Räume“, verrät Martina Schuster. „Unsere zweite Homebase ist Cube 5.“ Der Inkubator der RUB-Worldfactory unterstützt Start-ups aus der IT-Sicherheit und Kommunikationstechnologie.
Zukunft aktiv gestalten
Unverändert geblieben ist das Unternehmensziel von ai.dopt: für Kundinnen und Kunden durch KI einen messbaren Verbesserungserfolg zu generieren und Begeisterung für Künstliche Intelligenz zu entfachen, „damit sie am Markt bestehen und auch ihre Zukunft aktiv gestalten können“. ai.dopt kombiniert dabei drei Erfolgsfaktoren: technologische Exzellenz durch Forschungskooperationen, regulatorische Expertise durch den rechtswissenschaftlichen Hintergrund der Gründerin und kundenorientierte Produktentwicklung mit messbarem Mehrwert. Diese Kombination ermöglicht es dem Unternehmen, sich als Meinungsführer und innovativer Partner für kritische Infrastrukturen zu positionieren – „eine Rolle, die in Zeiten steigender Regulierungsanforderungen und zunehmender geopolitischer Bedrohungen immer wichtiger wird“, so Martina Schuster.
#darumBochum: Dr. Martina Schuster



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Sie stecken in Handys, Autos, PC, aber auch in EC-Karten, Waschmaschinen und Sonnenkollektoren: Wafer. Ein modernes Leben ist ohne diese smarten Träger für Mikrochips schlicht nicht denkbar. Um die Millimeter dünnen Scheiben meist aus Silizium für Chiphersteller zuzuschneiden, hat das Bochumer Unternehmen Lidrotec ein neues, weltweit einzigartiges Verfahren entwickelt.
Jan Hoppius und seine Mitgründer setzen einen Ultrakurzpuls-Laser ein und schneiden die in der Regel waffelrunden Wafer unter Flüssigkeit. Diese kühlt und spült die Schnittflächen. LidroCut heißt das patentierte technische Verfahren, das verborgen in einer schrankgroßen Maschine steckt: dem LidroDicer. Der erledigt seine Arbeit schnell, geräuschlos, sauber und präzise. „Wir haben Schärfe und Geschwindigkeit in der Wafer-Technologie neu definiert“, schildert Jan Hoppius, Entwicklungsleiter von Lidrotec.