Friederike Schneider

CarByte

Die Brücke zwischen Technik und Mensch

Es gibt Lebensläufe, die lesen sich wie an einem Reißbrett geplant. Klar strukturiert und mit dem einen Ziel vor Augen, wo die Person einmal landen möchte. Dann gibt es berufliche Werdegänge, die nicht von Anfang bis Ende durchgeplant sind. Und nicht schon zu Beginn den klassischen Weg eingeschlagen haben. Oder von diesem zwischenzeitlich abgekommen sind. In die zweite Kategorie passt die berufliche Laufbahn von Friederike Schneider, Cybersecurity Expert bei CarByte. Sie und ihre Geschichte zeigen: Viele Wege führen zum Erfolg.

Wenn man die heutige Berufsbezeichnung von Friederike Schneider liest, kann man kaum glauben, dass alles mit einem Studium „Wirtschaft und Politik Ostasiens“ begann. Oder besser gesagt: mit einer Weltreise. „Mein Interesse für andere Kulturen wurde damals geweckt und ich dachte zu der Zeit, dass dieser Studiengang das Naheliegendste ist“, berichtet Schneider von der Zeit direkt nach dem Abitur. Also begann sie Chinesisch zu lernen. „Ich habe aber schnell gemerkt, dass das nichts für mich ist.“ Den zunächst angestrebten Weg hat sie also wieder verlassen. Aber in welche Richtung? „Nach Beendigung meines Studiums habe ich über Praktika und Nebenjobs festgestellt, was ich eigentlich machen möchte“, erklärt die gebürtige Hernerin.

„Ich habe beim Deutschen Roten Kreuz in Berlin als Projektleiterin von einem großen EU-Projekt, wobei es um die Entwicklung einer Software für den Katastrophenschutz ging, angefangen. Das war mein Start in die Technik.“ Und nicht nur das, damit einher ging auch eine weitere Erkenntnis: „Das Projekt war, als ich eingestiegen bin, schon vor die Wand gefahren. Alle waren frustriert und ich hatte schnell Freude daran entwickelt, genau diese Brücke zwischen Technik und Menschen zu bilden.“

„In den letzten Jahren ist eine Stimmung von Aufbruch entstanden, weshalb ich mir für die Zukunft von Bochum wünsche, dass dies weiter beibehalten wird. Ich habe aus der IT-Sicherheit-Bubble heraus einen ganz eigenen Blick auf die Stadt und das Umfeld. Es gibt sehr viele junge Erfolgsgeschichten, wie beispielsweise die VMRay GmbH. Außerdem gibt es Firmen wie wir, welche neu dazugekommen sind. Es gibt so viele Player wie G DATA, die es schon länger gibt. Das alles zusammengenommen kreiert Aufbruch.“
Friederike Schneider
Cybersecurity Expert bei CarByte

Erst Inkubator, dann Startup

Eine Art Heimweh („Ich wollte aus privaten Gründen zurück nach Bochum.“) trieb sie schließlich zurück ins Ruhrgebiet. Und zum Horst-Görtz-Institut. „Das ist die Adresse für IT-Sicherheit“, betont Schneider. „Das war damals, also vor gut zehn Jahren, noch sehr klein und nicht mit dem vergleichbar, was man heutzutage kennt. Demnach war sehr viel aufzubauen. Ich hatte dort viel Spielwiese, um mich in das Thema einzufinden und habe dann schnell gemerkt, das ist genau das, wo ich bleiben möchte.“ Es folgten zahlreiche Fortbildungen, „um das Fachliche, das ich vorher in der Praxis gelernt hatte, mithilfe von Theorie zu untermauern“. Als Leitung des Inkubators „Cube 5“ war sie immer wieder mit Startups in Kontakt. „Es hat mich dann einfach gekitzelt, nicht nur darüber zu sprechen, sondern auch selbst Teil davon zu sein.“ So landete sie letztendlich bei CarByte.

Startup-Spirit trifft Cybersecurity

CarByte ist ein noch junges Tech-Unternehmen, wurde 2021 in Stuttgart gegründet. Seitdem wächst das Start-up in erstaunlichem Tempo, hat nun schon Niederlassungen an einigen Standorten in ganz Deutschland eröffnet. Im dritten Quartal 2023 dann auch in Bochum. Im Jahr 2025 erfolgte eine Umstrukturierung, aus einem Einzelunternehmen wurde eine Unternehmensgruppe, die neu gegründete CarByte Technology Group GmbH. Außerdem entstand im gleichen Jahr die CarByte Engineering GmbH. „Das ist schon eine besondere Erfolgsgeschichte“, sagt Schneider anerkennend. „Was mich angesprochen hat, war nicht nur das rein Fachliche. Es ist cool, was wir alles im Portfolio haben: Es ist ein Mix aus Beratung und Engineering. Also darüber sprechen und umsetzen. Das ist schon recht einzigartig. Hinzu kommt die Philosophie, die dahintersteht. Eine Art Alleinstellungsmerkmal der Firma. CarByte ist ein klischeehaft junges, agiles Start-up, ohne Bürokratie und Strukturen, sondern nach dem Motto ‚Ärmel hochkrempeln und machen!‘.“

Schneider selbst ist als Cybersecurity Expert tätig. Interessante Jobbezeichnung, doch was steckt alles dahinter? „Cybersecurity Experten machen eine ganze Menge“, erklärt Schneider. „Business Development spielt bei uns eine große Rolle. Einerseits waren und sind wir stark im Bereich Automotive verankert, jedoch haben wir unsere Aktivitäten inzwischen auch auf weitere Branchen ausgeweitet. Andererseits decken wir inhaltlich beim Kunden eine große Bandbreite an Themen ab, wie beispielsweise klassische Beratungsthemen. Was unsere Arbeit besonders macht: Wir zeigen nicht nur auf, was getan werden sollte, sondern setzen die Maßnahmen selber beim Kunden um. Dazu gehört unter anderem Threat and Risk Analysis. Gleichzeitig bringen wir viel Erfahrung aus dem Compliance-Bereich und dem Bereich Automotive mit, welche wir auf andere Branchen übertragen können. Pentesten* ist ebenfalls ein wichtiges Thema, wobei CTF** mein persönliches Lieblingsthema ist. Insgesamt ergibt sich daraus eine große Bandbreite an Themen, die unseren Arbeitsalltag prägen.“

*simulierter Cyberangriff auf IT-Systeme

** Capture the Flag (CTF) Simulation echter Angriffsszenarien, in denen Mitarbeitende spielerisch lernen, Cyber-Bedrohungen zu erkennen, abzuwehren und sich proaktiv zu schützen. 

Bochum macht Cybersecurity zum Erfolgsfaktor

Dass Friederike Schneider das alles in Bochum tut und CarByte sich dazu entschieden hat, hier eine Niederlassung zu eröffnen, ist alles andere als Zufall. „Der damalige Kollege, der bei CarByte das Thema Cybersecurity aufgebaut hat, erkannte früh, dass Bochum ein Hotspot für IT-Sicherheit ist“, betont Schneider. „Obwohl er aus Süddeutschland kam, führten seine guten Kontakte, unter anderem zur Bochum Wirtschaftsentwicklung und zum G DATA Campus, schnell zu der klaren Einschätzung: Hier spielt die Musik.“ Dabei seien vor allem die engen Verbindungen zur Ruhr-Universität Bochum und anderen Hochschulen sowie zu zahlreichen Start-ups und etablierten Unternehmen entscheidend. „Dieses Zusammenspiel der verschiedenen Akteure entfaltet eine eigene Dynamik, die auch von außen erlebbar ist. Wir sind schnell gewachsen und wenn man schnell wächst, dann braucht man die besten jungen Talente. Und wo sitzen die? An der Uni! IT-Sicherheit in Bochum zu studieren, ist ein Gütesiegel.“

Dementsprechend ist auch ihr Blick in die Zukunft der Stadt sehr zuversichtlich: „In den letzten Jahren ist eine Stimmung von Aufbruch entstanden, weshalb ich mir für die Zukunft von Bochum wünsche, dass dies weiter beibehalten wird. Ich habe aus der IT-Sicherheit-Bubble heraus einen ganz eigenen Blick auf die Stadt und das Umfeld. Ich glaube, was in der IT-Sicherheit in Bochum passiert, lässt sich nicht auf alle Bereiche übertragen. Es gibt sehr viele junge Erfolgsgeschichten, wie beispielsweise die VMRay GmbH. Außerdem gibt es Firmen wie wir, welche neu dazugekommen sind. Es gibt so viele Player wie G DATA, die es schon länger gibt. Das alles zusammengenommen kreiert Aufbruch.“ Und alle genannten Unternehmen beweisen ebenfalls: Viele Wege führen zum Erfolg.

#darumBochum: Friederike Schneider

Weitere Erfolgsgeschichten

Erfolgsgeschichten

betaSENSE

#darumBochum: Prof. Dr. Klaus Gerwert
Die große Angst vor dem Vergessen: In Deutschland leben über 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Die meisten leiden an Alzheimer und Parkinson. Die Tendenz ist in der alternden westlichen Gesellschaft stark steigend. Was die Betroffenen nicht wissen: Sie sind schon lange erkrankt, im Schnitt seit mehr als einem Jahrzehnt. Erst nach einer solch langen Spanne machen sich klinische Symptome bemerkbar. Damit ist unwissentlich die wichtigste Zeit für den Kampf gegen die Erkrankungen verloren gegangen. Prof. Dr. Klaus Gerwert, Gründungsdirektor des Forschungszentrums für molekulare Proteindiagnostik (PRODI) und Gründer der betaSENSE GmbH, arbeitet daher daran, neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson früh zu erkennen, damit der Ausbruch von Symptomen künftig medikamentös verhindert werden kann. Dazu hat er ein weltweit neues Bluttestverfahren entwickelt – medizinische Spitzenforschung aus Bochum!

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Erfolgsgeschichten

Figurentheater

#darumBochum: Annette Dabs

Bochum ist eine Theaterstadt mit langer Tradition. Das gilt auch für eine besondere Sparte: das Figurentheater. Die Stadt ist eines der wichtigsten Zentren in Europa für diese Spielkunst. Annette Dabs, Regisseurin, Festivalleiterin und Kulturmanagerin, hat daran maßgeblich Anteil. National und international ist die langjährige Leiterin des Deutschen Forums für Figurentheater und Puppenspielkunst als Expertin unterwegs.

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Mentoren

Marcus Gloria

Geschäftsführer von Cooltour Bochum

Jörg Holstein ist Unternehmer und Organisator von Konzerten und Festivals. Mit seiner langjährigen Erfahrung in der Eventbranche bringt er fundiertes Know-how sowie ein großes Netzwerk mit und könnte dein Mentor sein.

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Erfolgsgeschichten

ai.dopt

#darumBochum: Dr. Martina Schuster

Eine Zukunft ohne Künstliche Intelligenz (KI) ist für Dr. Martina Schuster undenkbar geworden. Privat wie dienstlich arbeiten viele Menschen mittlerweile täglich mit KI. „Und Entwicklungen, die früher mehrere Monate brauchten, sind heute innerhalb von wenigen Tagen möglich“, betont die Unternehmensgründerin. Mit der 2022 in Bochum gegründeten ai.dopt GmbH hat die Wirtschaftsjuristin ein Unternehmen geschaffen, das Kundinnen und Kunden aus dem Bereich der kritischen Infrastruktur (KRITIS) gezielt unterstützt. Das Unternehmensziel: „Künstliche Intelligenz regelkonform mit minimalem Ressourceneinsatz zu nutzen und das enorme Potenzial dieser Technologie voll auszuschöpfen.“

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Erfolgsgeschichten

CarByte

#darumBochum: Friederike Schneider

Es gibt Lebensläufe, die lesen sich wie an einem Reißbrett geplant. Klar strukturiert und mit dem einen Ziel vor Augen, wo die Person einmal landen möchte. Dann gibt es berufliche Werdegänge, die nicht von Anfang bis Ende durchgeplant sind. Und nicht schon zu Beginn den klassischen Weg eingeschlagen haben. Oder von diesem zwischenzeitlich abgekommen sind. In die zweite Kategorie passt die berufliche Laufbahn von Friederike Schneider, Cybersecurity Expert bei CarByte. Sie und ihre Geschichte zeigen: Viele Wege führen zum Erfolg.

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Erfolgsgeschichten

Meerkat

#darumBochum: Jörg Holstein

„Die Zukunft gestaltet sich nicht von allein“, sagt Jörg Holstein. Der Gründer der VISUS Health IT und geschäftsführende Gesellschafter der Meerkat Holding möchte in einer Welt leben, die Raum für neue Arbeitswelten und medizinische Anwendungen bietet, die den Menschen dienen. Daher investiert er über Meerkat in überzeugende Gründungsideen für das Gesundheitswesen. „Smart Money for Smart Health“, formuliert es der IT-Unternehmer.
Der Fokus bei den Geschäftsideen, -visionen und -modellen, die Meerkat fördert, liegt auf IT-Lösungen und Software-getriebenen Innovationen. Zu diesen zählt der Therapieball von „ichó systems“. Das Produkt des Duisburger Start-ups steckt voller Sensoren, Mikros und Lautsprecher und kann mit Apps für eine passgenaue Behandlung bestückt werden.

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